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Bäckerei 4.0 - Branchenspezifische Herausforderungen

Viele kleinere (nicht unbedingt kleine) Bäckereien sind schon seit geraumer Zeit neuen Herausforderungen ausgesetzt. Supermärkte und Discounter verkaufen Backwaren, Großbäckereien produzieren als Beispiel bereits mit Robotern zu Kosten, die mit Handwerk kaum darstellbar sind. Neue Ideen, Konzepte und Qualität sind gefragt, um diese Herausforderungen zu meistern.

Bäckereien haben im Vergleich zu anderen Branchen einen relativ hohen Energiekostenanteil, welcher im Schnitt bei rund 3,5 % des Umsatzes liegt. Die Kosten für die benötigte Energie bzw. den Energieverbrauch zu senken ist daher neben den vorgenannten Herausforderungen eine für Bäckereien bisweilen für das Überleben notwendige Aufgabe. Aber wie können Bäckereien das Thema Energieeffizienz angehen?

 

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Rechnungen prüfen - relevante Verbraucher Ermitteln

Im ersten Schritt gilt es die relevanten Energierechnungen zu prüfen und zu analysieren. Viele Bäckereien haben dafür nicht die Zeit bzw. nehmen sich nicht die Zeit. Die Erfahrung zeigt aber, dass bereits an dieser Stelle Auffälligkeiten erkannt werden können. Wie hoch ist der Preis für die Energie, wie hoch ist der Anteil am Umsatz. In einem weiteren Schritt sind die wesentlichen für den Energiebedarf relevanten Verbraucher zu ermitteln. Sofern keine Messungen für die einzelnen Verbraucher vorliegen – was nach jahrelanger Erfahrung fast immer der Fall ist – sind in einem nächsten Schritt die Verbräuche zu schätzen.

Eine tabellarische Darstellung der wesentlichen Verbraucher mit den zugeordneten Schätzungen ergibt ein erstes Bild, wo die höchsten Anteile beim Energieverbrauch liegen. Erwartungsgemäß liegen diese im Bereich der Öfen (Produktion Wärme) und der Kälteanlagen (Produktion/Verkauf Kälte). Wie aber aus dem nachfolgenden Diagramm zu erkennen ist, kann auch die Beleuchtung durchaus einen nennenswerten Anteil haben, während z.B. Informationstechnik  in der Regel nur einen geringen Anteil ausmacht.

Energiediagramm Bäckerei

 

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Für diese Schätzungen sind dennoch möglichst genaue Angaben über Laufzeiten der einzelnen Verbraucher notwendig. Auf Basis der Schätzungen kann bereits eine Analyse begonnen werden. Wo liegen die höchsten Verbraucher, sind die Daten plausibel? An dieser Stelle ist Erfahrung gefragt. Das Ergebnis wird eine Aufstellung sein, die auf Basis der Schätzungen zumindest ein plausibles Ergebnis bringt und bereits Hinweise gibt, wo ggf. Verbesserungspotential vorhanden ist. Für alle vorgenannten Schritte können Bäckereien externe Hilfe in Anspruch nehmen. Das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (BAFA) bezuschusst im Programm „Energieberatung im Mittelstand“ eine Beratung mit bis zu 80% der Beratungskosten.
 

Messtechnik als Schlüssel zum Erfolg

Die Frage die sich nun stellt ist, ob effiziente Maßnahmen nur auf Basis von Schätzungen zuverlässig bewertet werden können. Die Antwort ist, dass es durchaus Bereiche gibt, bei denen eine Abschätzung relativ gut möglich ist. Nehmen Sie nur die Beleuchtung an. Die vorhandene Beleuchtung kann sehr genau erfasst werden, die Anschlussleistung (Systemleistung) ist somit bekannt und mit einer möglichst genauen Angabe der Betriebszeiten kann der Verbrauch recht genau abgeschätzt werden. In anderen Bereichen ist das nicht so einfach möglich, daher hilft hier Messtechnik.

Nur auf Basis genauer Zahlen kann eine zuverlässige und vor allem nachvollziehbare Prognose abgegeben werden. In vielen Bereichen des täglichen Lebens haben wir Messtechnik im Einsatz. Wer hat nicht eine Uhr, wer misst nicht die Temperatur, wer schaut nicht auf den Tacho im Auto? Überall verlassen wir uns auf die Messtechnik, kaum jemand bestimmt die Zeit nach der Sonne, schätzt die Temperatur, oder fährt mit dem Auto ohne Tacho einfach nach Gefühl.

In vielen Bäckereien weckt der Energieverbrauch aber tatsächlich nur ein Gefühl, nämlich das Gefühl, dass die Energiekosten (zu) hoch sind. Die jährliche bzw. monatliche Energierechnung bestärkt dieses Gefühl, doch ohne zuverlässige Daten ist eine genaue Analyse nicht möglich.  Es bleibt beim Gefühl.

 

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Mit dem Energymanager die Kosten präzise nachverfolgen

Dabei stehen heute sehr leistungsfähige  Messgeräte zur Verfügung. Der Energiemanager ist hier an erster Stelle zu nennen, denn dieser erlaubt sehr einfach das Erfassen der Energieströme und damit eine genaue Auswertung der Energiemengen und letztlich auch der Kosten. Welcher Unternehmer will nicht wissen, wo genau die Kosten anfallen? Der Energymanager erlaubt es, den gesamten Verbrauch an elektrischer Energie zu erfassen, aber auch einzelne Stromkreise. Das macht dieses Gerät so interessant. Denn der gesamte Verbrauch ist ja bereits bekannt, nur die Zusammensetzung des Gesamtverbrauchs ist nicht bekannt. Der Energiemanager erlaubt es mit sog. Sensorbars jeden einzelnen Stromkreis zu erfassen und darzustellen. Damit können die Energiekosten sehr genau bestimmt werden und erst jetzt wird es möglich, die Verbräuche genau zu analysieren und, was noch wichtiger ist, Maßnahmen zu definieren, die wirtschaftlichen Sinn machen. Maßnahmen können beispielsweise bei den Öfen Wärmerückgewinnung aus den Schwaden und Abgasen oder auch Wärmerückgewinnung aus den Kälteaggregaten sein. Kälte aus der Abwärme gewinnen ist eine weitere Möglichkeit. Last but not least lässt sich mit Messtechnik auch ein zuverlässiger Vergleich anstellen, welche Verbräuche vor und nach durchgeführten Maßnahmen anfallen.  Die Wirtschaftlichkeit von umgesetzten Maßnahmen kann somit überprüft und auf Basis dieser Erkenntnisse ggf. weitere Maßnahmen definiert und umgesetzt werden. Dies ist dann vereinfacht gesagt das, was man heute als Energiemanagement bezeichnet. Ein Energiemanagement bringt eine nachhaltige Kostenkontrolle und damit einen überlebenswichtigen Wettbewerbsvorteil. Voraussetzung dafür wiederum ist die Messtechnik. Der Energiemanager ist dafür herausragend geeignet.