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What about Smart?

Anforderungen an ein modernes „smartes“ Energiemanagement in Industrie- und Gewerbeimmobilien.

An dieser Stelle soll es bewusst nicht um Vorgaben aus Regelwerken wie EN ISO 50001, oder zukünftig EN ISO 50006, gehen. Es soll vielmehr der konkrete Nutzen in der Praxis für die Unternehmen und deren Energiemanager im Vordergrund stehen.
Bei zahlreichen Energiemanagementprojekten mit Unterstützung durch Hardware und Software ist der wirtschaftliche Nutzen oft nicht erkennbar. Dieser entsteht bei erfolgreichen Energiemanagementlösungen durch den Fokus auf eine kontinuierliche Verbrauchs- und Kostensenkung.

Erfolgsfaktor Praxisbezug

Ein gutes Energiemanagementprojekt zeichnet sich durch einen schnellen Überblick der wesentlichen Verbraucher und einer permanenten Optimierung der Kosten und Verbräuche aus. Dem Energiemanager soll mit der Energiemanagementlösung ein Werkzeug zur Verfügung gestellt werden, mit dem er seine wertvolle Arbeitszeit nicht mit aufwendigem Beschaffen und Auswerten von Daten verbringt, sondern er sich auf Analysen und Optimierungsmaßnahmen konzentrieren kann. Genau diese Erfahrung aus der Praxis soll bereits frühzeitig in das Mess- und Zählkonzept sowie in die Erstellung des Pflichtenheftes einfließen. Weniger ist dabei oft mehr.

Zu viele Daten ohne große Relevanz überfrachten schnell, gerade in der Anfangsphase des Projektes, ein Energiemanagement. Der Energiemanager bekommt dann genau die Daten, die er benötigt, nur schneller und besser aufbereitet. Die Bildung von Kennzahlen hilft ihm darüber hinaus einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess sicher zu stellen.

Visualisierung erleichtert die Kommunikation

Ein großer Vorteil einer Energiemanagementlösung liegt aber auch in der grafischen Aufbereitung oft komplexer Sachverhalte. Mit solch einer Visualisierung lassen sich Sachverhalte, Anomalitäten, aber auch Effizienzpotentiale, schneller und besser aufzeigen. Energiemanager können die Potentiale von Effizienzmaßnahmen auch fachfremden Kollegen und Partnern besser aufzeigen. Einsparpotentiale können bereits im Vorfeld leichter ermittelt werden und im Anschluss der Realisierung im Controlling besser überwacht werden. Gerade bei Maßnahmen im Energieeinsparcontracting lässt sich so für beide Vertragsparteien ein einfacher Leistungsnachweis durchführen.

Einsparmaßnahmen werden nicht durch das Energiemanagementsystem erreicht, auch wenn manche Produktbeschreibungen oder Marketingaktivitäten dies vermuten lassen. Die gute Visualisierung eines bedarfsgerechten Energiemanagementsystems erleichtert aber die Transparenz, die Kommunikation und den Nachweis tatsächlicher Einsparungen. Schon allein das rechtfertigt oft schon die Einführung des Energiemanagementsystems.

Einsprachnachweis als Schlüsselfunktion des Energiemanagements

Wenn das Energiemanagementsystem auch nicht die tatsächliche Einsparung verantwortet, so kommt ihm in der Nachweisführung eine große Bedeutung zu. Entscheidend ist bereits im Vorfeld eine Soll-/Ist-Funktion. Auf Grundlage der entsprechenden Referenzwerte wird dann das Einsparziel festgelegt. Nach der Realisierung unterschiedlichster Effizienzmaßnahmen kann der Nachweis dann mit wenig Aufwand und mit Hilfe einer Visualisierung leicht verständlich erbracht werden. Gerade bei kleineren Einsparprojekten ist eine einfache und schnelle Nachweisführung wichtig. Andernfalls ist der Aufwand für den Nachweis der Einspareffekte schnell größer als der monetäre Effekt der Einsparung. Somit kann dann, wenigstens bei kleineren Maßnahmen, dem Energiemanagementsystem dann doch wieder eine verantwortliche Rolle bei Effizienzmaßnahmen zugeschrieben werden.

Energiemanagement als Grundlage der Nebenkostenabrechnung

Die verursachergerechte Verrechnung von Betriebskosten in Industrie sowie in Gewerbe- und Wohnimmobilien ist oft ein großes Ärgernis und mit viel Aufwand verbunden. Ein gutes Energiemanagementsystem beschäftigt sich daher nicht nur mit Energieerzeugern und Energieverbrauchern, sondern visualisiert auch gleich die Energieverbräuche für die jeweiligen Nutzer und Flächen. Die Daten des Energiemanagements können somit 1:1 für die spätere Nebenkostenabrechnung aufbereitet und übernommen werden. Diese Durchgängigkeit eines ganzheitlichen Energiemanagementansatzes ist ein weiterer Kostenvorteil durch eine bedarfsgerechte Energiemanagementlösung.

Grundlage Mess- und Zählkonzept

Voraussetzung für den Erfolg eines bedarfsgerechten und kosteneffizienten Energiemanagementkonzeptes ist eine vorgelagerte Untersuchung incl. der Erstellung eines Mess- und Zählkonzeptes. Der Einsatz wichtiger bzw. zwingend erforderlicher Energiezähler wird somit sichergestellt, gleichzeitig aber eine Investition in unnötig viele Einzelzähler vermieden.
Beim Mess- und Zählkonzept ist eine unterschiedliche Herangehensweise rund um die Energieeinspeisung bzw. Energieaufbereitung, sowie Energieverteilung relevant. Bei der Energieaufbereitung geht es mehr um Wirkungsgrade und Transformation in andere Energieformen. Bei der Verteilung stehen eher das Nutzerkonzept und die spätere Verrechnung im Vordergrund.

Zusätzliche Vorteile durch Interdisziplinarität

Energiedaten bzw. der Verlauf von Energieverbräuchen können aber auch Informationen über andere Fachbereiche liefern. Beispielsweise kann durch die Energiedaten die Instandhaltung technischer Anlagen wirtschaftlicher geplant werden bzw. Instandsetzungsereignisse besser vorhergesehen werden. Energiedaten liefern Informationen über Produktionsauslastung, Kundenverhalten und Mietergewohnheiten. Diese Informationen bieten die Chance neben der Energieeffizienz weitere wirtschaftliche Vorteile zu nutzen.

 

Autor: Arthur Dornburg

 

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